| Schäkel (der) | U-förmiger Eisenbügel mit Bolzen, zur Verbindung von Ketten untereinander, oder an einer Boje u. dgl. (einschäckeln), weiters die Benennung für ein 25 m langes Stück Kette = ein Schäckel, aus denen sich die Ankerketten zusammensetzen. |
| schamfielen | das Reiben eines Taues u. dgl. im schädigenden Sinne. |
| Schären (die) | Klippen und kleine Inseln an der finnischen und skandinavischen Küste. |
| scheuern | reiben (das Waschen des Deckes nennt man auch scheuern). Kleinere Fahrzeuge (Torpedoboote), die häufig anzulegen haben, sind seitlich mit einer Scheuerleiste versehen. |
| Schiemannsarbeiten | sind die an oder mit den Tauen vorzunehmenden maritimen Arbeiten verschiedener Art, wie Stiche, Knoten, Splissungen u. dgl. |
| Schlag (der) | das Herumlegen eines Taues (Kette) um einen runden Gegenstand, z. B. Schlag um die Betting. |
| Schlagseite | nennt man eine konstante Seitenneigung (Krängung) des Schiffes, die durch einseitigen Wassereinbruch u. dgl. Ursachen entstanden ist. |
| schleppen | ein schwimmendes Objekt mittels eines anderen ziehen (remorkieren), in Schlepp nehmen. |
| schlingern | die aus Roll- und Stampfbewegungen zusammengesetzte Bewegung eines Schiffes, z. B. bei gekreuzter See. |
| schlüpfen lassen | vollständiges Auslaufenlassen eines Taues (Kette u. dgl.). |
| Schoner (der) | kleinerer Zweimastsegler mit Quersegeln bloß am vorderen Maste. |
| Schote (die) | die nach unten wirkenden Taue eines Segels, mit denen es ausgespannt erhalten wird. |
| Schotte (die) | vertikale Wand im Schiffsinnern, z., B. wasserdichte Schotte, zur Unterteilung des Schiffes in einzelne wasserdichte Abteilungen (Kompartiments). |
| schralen (des Windes) | drehen des Windes von achter gegen vorne mit Bezug auf den Kurs, im Gegensatze zum Raumen des Windes. |
| schwojen | drehen eines Schiffes um seinen Anker (Boje), z. B. infolge Umspringen des Windes. Ein vor einem Anker liegendes Schiff ist frei schwaiend. Ein Schiff kann auch mittels ausgebrachter Enden (Anker) willkürlich geschwait werden, z. B. um in einer bestimmten Lage vertäut zu werden. |
| See (die) | wird auch der Seegang (die Wellenbewegung der Meeresoberfläche) genannt, ruhige, leichtbewegte, schwere See usw. |
| seefest (machen) | versichern der Gegenstände an Bord, damit sie bei Seegang nicht ihre Lage verändern können. Eine der Seekrankheit nicht unterworfene Person ist auch seefest. |
| seeklar | bereit, um in See zu gehen (die Maschine ist dampfklar). |
| Seemeile | nautisches Maß = 1853 m |
| Slipper (der) | Vorrichtung zum plötzlichen Auslösen einer Rückhaltvorrichtung, z. B. um den Anker fallen zu lassen (zu werfen). |
| Spant (der) | Schiffsrippe, wesentlicher Bestandteil der Schiffskonstruktion, an dem die Außenbeplankung des Schiffes angebracht wird; auch im konstruktiven Sinne gebräuchlicher Ausdruck (der größte [vollste] Umfang des Schiffskörpers ist der Hauptspant). |
| Spiere (die) | dünnes Rundholz (z. B. Backspiere). |
| splissen (Splissung) | verbinden eines etwa gerissenen Taues durch ein systematisches Ineinanderfügen der einzelnen Duchten (Stränge), ist eine Schiemannsarbeit. |
| Stabilität | die unerläßliche Eigenschaft eines Schiffes, sich nach erfolgter Seitenneigung wieder aufzurichten. |
| Stag (der) | fixes Haltetau der Masten und Stengen gegen vorne. |
| stagen | durch den Wind gehen eines aufkreuzenden Seglers. (bis in den Wind anluven und anschließendes Abfallen nach der anderen Seite), normales Manöver beim Lavieren. |
| stampfen | das abwechselnde Ein- und Austauchen des Vor- und Achterschiffes bei Seegang in der Längsrichtung des Schiffes. |
| Stander (der) | maritimes Rangs- oder Kommandoabzeichen (Kommodorestander, Anciennitätsstander). |
| stehendes Gut | alles unbewegliche (fix angesetzte) Tauwerk einer Takelage, im Gegensatze zum laufenden Gut |
| steif | ist ein Schiff mit großer Stabilität, das sich rasch wieder aufzurichten trachtet, wenn es eine Seitenneigung erfährt (im Gegensatze zu rank). |
| Stenge (die) | Rundholz, aus dem der oberste Teil eines Mastes besteht (Vollmasten haben in der Regel einen Untermast, eine Mars- und eine Bramstenge). |
| Steuerbord (steuerbord) | rechte Seite (Hälfte) des Schiffes, rechts. |
| Steuerbordhalsen | mit dem Winde von steuerbord (scharf am Wind) segeln. |
| Steven (der) | der vorderste und rückwärtigste Teil des Schiffsgerippes, in den die Kielkonstruktion übergeht (Vorsteven, Achtersteven, Rudersteven). |
| Stewart (der) | (sprich Stjuart), Schiffskellner. |
| Stich (der) | alle üblichen Arten Taue zu knüpfen oder Gegenstände vorübergehend anzubinden. |
| stoppen | halten (innehalten) eines Taues (Kette), der Maschine, der Fahrt des Schiffes usw. |
| Stopper (der) | Hemm- oder Klemmvorrichtung. |
| Strecktau | gespanntes Tau, das zum Anhalten oder dgl. dient. |
| streichen | senken, herablassen, z. B. eines Bootes. Die Flagge streichen hieße sich ergeben (Flaggen werden »eingeholt«). |
| unklar | nicht bereit (durch irgend einen Umstand nicht allsogleich gebrauchsfähig, z. B. ein Tau, das sich verschlungen hat, ist unklar). |
| Unterraa (die) | die unterste Quersegelstange eines Mastes (im besonderen: Fockraa, Großraa etc.). |
| verholen | heißt, ein Objekt (Schiff, Boot) ohne die eigenen Bewegungsmittel (Maschine, Segel) nach einem benachbarten Orte (in eine geänderte Lage), z. B. mittels ausgebrachter Enden bringen. |
| verkatten (eines Ankers) | heißt, diesem mittels eines zweiten Ankers einen sicheren Halt am Grunde geben - zum Unterschiede vom Ankern mit zwei oder mehr Ankern, wo jeder einzeln geworfen wird. Am häufigsten sind Anker fix ausgelegter Vertäuungen, z. B. von Bojen verkattet. |
| vertäuen | heißt, ein schwimmendes Objekt (Schiff, Schwimmdock etc. anbinden; man vertäut das Schiff an einer Boje, an einem Molo etc. Senkrecht zum Ufer in unveränderlicher Lage vertäute Schiffe liegen in Vierkantvertäuung. |
| Vollmast | ein mit Quersegeln ausgestatteter Mast, zum Unterschiede von Pfahlmast, der keine Raaen führt. |
| Vollschiff | Segler mit drei (mitunter auch mehr) Vollmasten. |
| Volltakelage | Takelage, die sich aus Vollmasten zusammensetzt |
| Vor- | kennzeichnet die Zugehörigkeit zum vorderen Teile des Schiffes (Vorschiff, Vorsteven, Vorbatterie etc.). |
| vorne | in der Richtung des Buges an Bord und außerhalb des Schiffes im Gegensatze zu achter, z. B. Alle Mann vorne, Ein Dampfer vorne in Sicht! etc. Schräge Richtungen werden z. B. durch vorne Steuerbord, achter backbord etc. charakterisiert. |
| Wante | fix angebrachte Haltetaue zur seitlichen Festigung der Masten (Stengen). |
| Werp | ein dem Verholen dienendes, außerhalb des Schiffes befestigtes Tau. Sich mittels eines Werps verholen, heißt werpen. |
| Wimpel(der) | dreieckige Flagge - in besonders schmaler Ausführung Kommandowimpel der Kriegsschiffe. |
| Windfang (der) | Ventilationsrohr (Schacht) mit einer Haube. Aus Segelleinwand erzeugte Ventilationsschläuche nennt man Windsegel. |
| Wrack (das) | ein durch Unfall (Schiffbruch) unbrauchbar (schadhaft) gewordenes Schiff oder Fahrzeug. Ein Wrack kann sowohl treiben als auch gestrandet (gescheitert) oder gesunken sein. |
| Wurfanker | kleiner Anker, der auch mit einem Boote rasch ausgebracht werden kann (auch die schweren Anker können im Bedarfsfalle mit Booten ausgebracht werden, doch sind hiezu gewisse Vorbereitungen nötig). |
| Wurfleine | dünne (meist mit einer Holzbirne versehene) Leine, die sich gut werfen läßt (z. B. beim Anlegen von Schiffen gebraucht, um stärkere Taue damit herüberzuholen). |
| Zelle | systematische Unterteilung des Zwischenraumes bei Schiffen mit Doppelboden (bei großen Schiffen allgemein), um das Eindringen von Wasser bei lecker Außenhaut zu begrenzen. Um die Zellen nach Bedarf entleeren (füllen) zu können, sind sie in die Drainage einbezogen. |
| Zelt | zum Schutze des Oberdecks vor Regen und Hitze; je nachdem sie flacher oder abschüssiger gesetzt werden, spricht man von Zelten in Sonnenfall oder Regenfall. |