| Gaffel (die, Gaffelsegel) | Rundholz, welches in nach aufwärts geneigter Lage vom Maste in der Längsrichtung des Schiffes gegen achter angebracht ist (dient auf Segelschiffen für das Gaffelsegel). |
| Gangspill (das) | Winde zum Ankerlichten mit vertikaler Welle (bei verschiedenen Lastarbeiten usw. benötigt). |
| Garn (das) | dünnes Hanftau (Spagat). |
| Gatt (das) | Öffnung, Durchlochung |
| geien (Geitaue) | siehe aufgeien. |
| gekreuzte See | entsteht beim Aufeinandertreffen verschieden gerichteter Wellenprofile, am ausgeprägtesten im Zentrum eines Wirbelsturmgebietes. |
| Gezeiten (die Tiden) | abwechselndes Spiel von Ebbe und Flut. Springgezeiten bei Voll- und Neumond = größter Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser; Nippgezeiten = geringster Unterschied zwischen Flut und Ebbe bei den Quadraturen (Halbmond). |
| gieren | hin- und herschwingen, z. B. eines mit langem Ausstiche vor Anker liegenden oder geschleppten Schiffes infolge frischen Windes oder Seeganges (das Schiff macht Gierschläge) |
| Gissung (die) | Ableitung der Schiffsposition im Wege der Kurskoppelung an Hand der gesteuerten Kurse und jeweils darin zurückgelegten Weges (285). |
| Gräting (die) | Gitterwerk zum Bedecken von Luken u. dgl. |
| Großmast | der zweite Mast von vorne. |
| Großsegel (Großraa) | das unterste Quersegel (Quersegelstange) des Großmastes (in Booten und kleineren Fahrzeugen das zweite Segel von vorne). |
| Halse (die) | ein Tau, das den Segeln einen Halt gegen vorne gibt. Man sagt daher, ein Segler fährt mit Steuerbord- oder Backbordhalsen, je nach dem der Wind von der Steuerbord- oder Backbordseite auf die Segel einfällt. |
| halsen | vor den Wind in der Weise wenden, daß der Segler nach der Wendung den Wind von der anderen Bordseite bekommt. |
| Havarie (die) | irgend ein Schaden (Defekt) am Schiffe, der Maschine, der Ladung u. dgl. |
| Heck (das) | Hinterteil des Schiffes (Heckflagge, Hecklicht - usw.). |
| hissen | etwas mittels eines Taues (Kette u. dgl.) emporheben (emporziehen). |
| Jacht (Yacht, die) | Luxus- oder Vergnügungsfahrzeug (Höchsten und hohen Persönlichkeiten zur Verfügung gestellte, eigens hiefür gebaute Schiffe). |
| Jakobsleiter | Tauleiter mit Holzsprossen, z. B. von den, Backspieren herabhängend, damit die Mannschaft in die Boote oder aus diesen heraufgelangen kann. |
| Jolle (die) | kleines, zwei- bis sechsruderiges Ruderboot (es gibt auch Segeljollen). |
| Jolltau | ein über ein bis zwei Rollen flaschenzugartig geleitetes Tau, das zum Hissen benutzt wird. |
| Kabine | kleiner, kammerartiger Schlaf- und Wohnraum an Bord. |
| Kajüte (die) | Schlaf- und Wohnraum des Schiffskommandanten und höherer Befehlshaber an Bord. |
| kalfatern | abdichten der Fugen bei Holzbeplankungen (Z. B. der Decke) durch Eintreiben von Hanfeinlagen und Ausgießen mit Pech. |
| kappen | ein Tau (Rundholz oder dergleichen) rasch durchschneiden (mit einem Beil durchschlagen). |
| kentern | umkippen (seitliches Umschlagen) eines schwimmenden Objektes (Schiffes, Bootes). |
| Kiel (der) | der unterste Konstruktionsteil des Schiffes, sozusagen dessen Rückgrat. Allmählich sich einstellende Biegungen des Kieles nennt man (namentlich bei Holzschiffen) einen Kielbruch. |
| kielholen | seitliches Neigen kleinerer Fahrzeuge, durch absichtliche Verlegung von Gewichten u. dgl. zu dem Zwecke, die Wasserlinie abdichten (kalfatern), ein Leck ausbessern zukönnen u. dgl. Ist auch der Name für eine einstmalige schwere Bestrafung zur See. |
| Kimm (die) | Begrenzung des Meereshorizontes bei freiem Ausblicke in See (auch eine schiffbauliche Benennung für den unter Wasser am meisten ausladenden Teil des Schiffskörpers). Ist ein Küstenstrich vorgelagert, so nennt man sie Strandkimm. |
| Klampe (die) | metallene Führung zum Einlegen eines Taues. An Wänden angebrachte Bügel, die eine Leiter oder Treppe ersetzen, nennt man Tretklampen (z. B. außenbords beim sogenannten Gefechtsfallreep). |
| klar | zum sofortigen Gebrauche (Ausführung) bereit (seeklar, dampfklar), im weiteren Sinne alles, was sich in gutem Zustande befindet, beziehungsweise einen klaglosen Betrieb verheißt; hell brennende Laternen sind auch klar. |
| Klippe | kleine, inselartige (meist felsige) Erhebung aus dem Meere, die selbst bei Flut noch über Wasser hervorragt (im Gegensatze zu Riff). |
| Klipper (der) | schlank gebauter Segler, der vermöge seiner Besegelung besonders gut gegen den Wind aufzukreuzen vermag. |
| Klüse(die) | mit metallischer Fütterung versehene Öffnung durch die die Ankerkette (Ankerklüse) oder ein starkes Tau u. dgl. läuft. |
| Klüver (der) | die vordersten Dreiecksegel des Schiffes (Bootes). |
| Knoten (der) | entspricht bei Angabe von Schiffsgeschwindigkeiten einer Seemeile / h; bei Tauwerk auch im landläufigen Sinne gebräuchlich. |
| Koje (die) | in Kabinen oder sonstwo fix eingebaute Schlafstellen an Bord. |
| Kombüse (die) | Kochherd (Küche) an Bord. |
| Kommodore | mit dem Kommando über mehrere Schiffe (Fahrzeuge) betrauter Linienschiffskapitän; auch bei Yachtklubs gebräuchlicher Chargengrad. |
| Kompaß | an Bord in fixer Installierung gebräuchlich (Regelkompaß, Brückenkompaß, Steuerkompaß u. dgl. |
| kompensieren (eines Kompasses) | nennt man die tunlichste Beseitigung der durch die schiffsmagnetischen Kräfte hervorgerufenen Ablenkungen der Rose mittels eigens hiezu vorhandenen Vorrichtungen an Schiffskompassen |
| Kondensator | der Teil der Schiffsmaschinenanlage, der den Zweck hat, den gebrauchten Dampf zur Wiedergewinnung von Wasser (auch aus Gründen der Wärmeökonomie) niederzuschlagen. |
| Korvette (die) | früherer Typ eines schnellsegelnden dreimastigen Kriegsschiffes mit nur einer Batterie. |
| Kran (der) | zum Heben von Lasten (Bootskran, Ankerkran, Drehkran usw.). |
| Krähennest | erhöhte Plattform am Mast zur Aufnahme von Personen für den Auslug |
| krängen | seitliches Überneigen eines Schiffes (Bootes). Das Maß der Seitenneigung ist die Krängung. |
| Kreuzmast | der rückwärtigste Mast bei dreimastigen Schiffen. |
| Kutter (der) | kleineres, gedecktes Segelfabrzeug (Yacht) mit einem Maste und typischer Besegelung. |
| laufendes Gut | das ganze, nicht fix angebrachte, somit bewegliche Tauwerk der Takellage, im Gegensatze zum stehenden Gut. |
| Läufer (Boots-) | das bewegliche, anzuholende laufende Tauende eines Flaschenzuges. |
| Leck (das, lecken) | ein Unterwasserschaden am Schiffskörper, der ein Eindringen des Wassers zur Folge hat (das Schiff leckt). |
| Lee | die vom Winde abgekehrte Seite (die Richtung, nach der hin der Wind weht), im Gegensatze zu Luv. |
| Leik (das) | die Einsäumung der Segel (durch Einnähen eines Taues hergestellt). |
| lichten (eines Ankers) | heißt, den Anker aus dem Grunde heraufhissen. |
| Log (das) | nautisches Hilfsmittel zur Messung der Schiffsgeschwindigkeit; der Vorgang wird logen genannt. |
| Lot (das) | nautisches Hilfsmittel zum Messen der Wassertiefe. |
| Lotse (der, Pilot) | mit den örtlichen Verhältnissen wohl vertrauter Seemann, dem die navigatorische Führung des Schiffes im schwierigen, lokal begrenzten Fahrwasser anvertraut wird. |
| Lugger (der) | zwei- bis dreimastiges Segelfahrzeug ohne Quersegel. |
| Luke (die) | Öffnung im Deck (Lichtluke, Niedergangsluke, Ladeluke); oder an der Bordwand (Seitenlichtluke). |
| Luv (anluven) | die Richtung, von der der Wind weht (die dem Winde zugekehrte Seite), im Gegensatze zu Lee. Anluven heißt mit dem Buge gegen den Wind wenden. |